Europa

Mit dem Hausboot durch England2 Minuten Lesezeit

Ich bin ja ein Fan von England. Und muss für diese Insel jetzt auch mal eine Lanze brechen. Ich höre von so vielen Leuten, wie blöd sie England finden: das Wetter ist nicht so toll, das Essen ist mies und die Engländer sind eh alle arrogant oder primitiv. Da muss ich aber mal vehement widersprechen…

Diese Idylle ist England. Oder auch so ein toller alter Landsitz…die gibt’s in England auch in Hülle und Fülle. Aber es gibt auch verkommene Fabrikgebäude als Zeitzeugen einer besseren Zeit…auch das ist ein Gesicht von England.

Ich bin ein ziemlich begeisterter England-Urlauber, weil diese ganzen Vorurteile einfach nicht zutreffen. Gegen schlechtes Wetter hilft nur vernünftige Kleidung und auch am Mittelmeer ist nicht jeder Sommer gleich heiß. Das Essen…ok, das Frühstück ist schon ein wenig gewöhnungsbedürftig für unsere Gaumen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, den Tag mit Bratwürstchen und Ketchup zu beginnen. Aber wenn sie’s nunmal mögen… :-)

Nicht jedes Gericht wird mit Minzsauce „übergossen“ und Fish & Chips können auch ganz lecker sein (wenn man nicht gerade in Gibraltar ist). In einem kleinen Pub irgendwo in der Pampa zwischen Birmingham und Worcester (sprich: Wuster) habe ich den besten Apple Crumble ever gegessen.

Urlaub auf dem Kanal

Also, es gab einen Grund, nach England zu fliegen: Urlaub auf dem Hausboot. Ich habe ja eh eine Affinität zu Booten…das Hausboot in England ist allerdings meilenweit von einer schnittigen Segelyacht entfernt. England ist die Heimat der Narrowboats. Gerade mal 2 Meter breit, dafür aber bis zu 25 Meter lang und aus unkaputtbarem Stahl gebaut, ist das schon ein Urlaub der anderen Art. Hier geht es eindeutig nicht um Schnelligkeit :-)

Unser „Arbeitsurlaub“ fand auf dem Stourport Ring – ein Kanal zwischen Birmingham und Worcester, mit einem kleinen Ausflug auf den River Severn – statt. Es gibt einige Höhenunterschiede zu überwinden und da wir ja wissen, dass Wasser keine Berge hinauf fließt, wurde dafür die Schleuse erfunden. Zur Blütezeit der industriellen Revolution Englands, etwa um das Jahr 1760, wurden hunderte Kilometer Kanal errichtet. Die Narrowboats dienten als Lastkähne und wurden von Pferden gezogen. Spätestens seit ihrer Nutzung als schwimmende Wohnmobile, wurden die Boote mit Dieselmotoren bestückt. So blieb es uns erspart, dieses lange Boot am Kanal entlang zu ziehen. Wäre ja auch noch schöner…als hätten wir mit 105 Schleusen nicht schon genug zu tun. :-)

England ist eh das Hausboot-Land. Daher gibt es einige Anbieter, bei denen man diese Narrowboats mieten kann. Andere Boote empfehle ich auf den schmalen Kanälen eher nicht. Diese weißen Boote sind definitiv nicht aus Stahl. Also viel zu gefährlich…für die weißen Boote.

Wir haben mehrfach bei Black Prince Holidays gebucht. Die haben mehrere Marinas über ganz England verteilt. In diesem Fall sind wir von Stoke Prior abgefahren. Dorthin kommt Ihr entweder mit dem Zug oder natürlich mit dem Auto. An der Base gibt es genügend Parkplätze, so dass man das Auto dort stehen lassen kann. Der Platz auf den Booten ist ja eher begrenzt, daher macht es Sinn, die Koffer vor Abfahrt auszupacken und während der Reise im Auto zu lassen. Auch würde ich empfehlen, lieber ein etwas größeres Boot zu nehmen, damit man sich nicht so auf die Pelle rückt.

 

Ach ja, bevor ich es vergesse…ich bin jedes Mal wieder von der Freundlichkeit und Gastfreundlichkeit der Engländer begeistert. Man trifft ja ständig auf Leute…an den Schleusen, in den Pubs oder einfach nur Spaziergänger auf den Treidelpfaden entlang des Kanals. Kinder winken von den Brücken, andere Boatpeople freuen sich über Hilfe bei der Bedienung der Schleusen. Und da ist auch völlig egal, wie bescheuert sich der deutsche Akzent anhört…:-)

  1. Cologne76

    Ich kann das alles nur bestätigen…. eine tolle Insel mit tollen Menschen. Und erlebt hab ich diese schon bei jedem Wetter…. und jedes Wetter hat hier (mit passender Kleidung) seine Reize…. klingt alles sehr spannend

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