Deutschland

Landesgartenschau in Kamp-Lintfort7 Minuten Lesezeit

Gelände der Landesgartenschau Kamp-Lintfort

Landesgartenschau? Ich war vor Urzeiten mal auf einer BUGA, einer Bundesgartenschau. Die war damals in Potsdam und es war noch Lichtjahre vor Corona.

Damals war ich irgendwann zur Tulpenzeit dort und ich hätte auch im Keukenhof in Holland – uups…Niederlande – sein können. Gleiches Bild. Tulpen über Tulpen.

War schön, aber Potsdam macht man nicht mal eben so an einem Tag, wenn man im Rheinland wohnt. Und man kann sich die Standorte der Gartenschauen ja nun mal auch nicht wünschen.

Landesgartenschau und Corona – geht das?

In diesem Jahr – dem Corona-Jahr – findet eine Landesgartenschau in NRW statt. Und die hätte auch gerne schon zur Tulpenzeit geöffnet. Aber da war ja noch Corona.

Corona ist jetzt immer noch, geöffnet ist jetzt, aber es blüht halt nicht mehr alles so schön. Die ersten Schritte auf dem Gelände sind vielleicht etwas ernüchternd und man fragt sich, ob es auch noch etwas anderes als Rasen gibt?

Und es gibt viel davon. Aber dieser Rasen ist mega top gepflegt. Total grün und gesund. Da ist KEINE einzige braune Stelle. Und überall sind diese kleinen putzigen Rasenmäher unterwegs. Im Dauereinsatz.

ausgedehnte Rasenflächen im Zechenpark
ausgedehnte Rasenflächen mit gemütlichen Liegestühlen

Zechenpark und Kamper Gartenreich

So…die LAGA – mal abgekürzt für die Landesgartenschau – ist in zwei Ausstellungsflächen aufgeteilt: den Zechenpark und das Kamper Gartenreich. Verbunden sind die beiden Gebiete durch den Wandelweg.

Knapp 3 Kilometer lang. Kam mir auf dem Weg vom Zechenpark zum Kloster Kamp – das ist quasi das Kamper Gartenreich – endlos vor. Zurück war’s irgendwie kürzer (natürlich nicht ;-) ).

Landesgartenschau Plan in der App
Screenshot der LAGA-App

Infos für Euren Besuch

Wenn Ihr mit dem Auto anreist…es gibt kostenlose Parkplätze vor dem Zechenpark. In der Friedrich-Heinrich-Allee. Ins Navi gebt Ihr dann noch die Hausnummer 90 ein.

Es ist super einfach zu finden: von der A57 abfahren (ist schon auf der Autobahn ausgeschildert), kurz auf der L528 weiter, dann an der nächsten Ampel rechts und schon da.

Und wie gesagt: Parkplätze für umsonst!

Parkplätze der Landesgartenschau

Wenn Ihr die Tickets schon online gekauft habt, dann einfach zu den freundlichen Herren am Eingang gehen und das Ticket scannen lassen. Ihr müsst die Tickets nicht ausdrucken, geht auch über das Smartphone. Ihr bekommt dann ein wunderschönes blaues „All-inklusive-Bändchen“, damit Ihr vom Zechenpark in das Kamper Gartenreich kommt und natürlich auch wieder zurück.

Ich persönlich mag diese Bändchen ja gar nicht (und habe deshalb auch noch nie All Inklusive-Urlaub gebucht), aber ich kenne sie von der Wiesn in München. Da muss ich sie auch ertragen.

Wo ist denn der gute alte Stempel hingekommen? Wisst Ihr noch früher in der Disco? Da gab’s doch immer einen Stempel, damit man auch mal vor die Tür konnte und doch wieder reinkam. Bin ich tatsächlich schon sooo alt?

Aber zurück zur LAGA. Wenn Ihr also mit dem Auto kommt, dann parkt Ihr vorm Zechenpark. Laut der LAGA-App werden nur dort Parkplätze angeboten.

Apropos App…ich habe sie mir vor meinem Besuch runtergeladen und auch über die App die Tickets gekauft. Die App zeigt Euch auch, wo Ihr gerade seid und scheinbar auch noch ein paar andere Dinge.

Die Tageskarte kostet 18,50 Euro. Ihr könnt die Karte heute kaufen und irgendwann mal – während der Laufzeit der Landesgartenschau bis zum 11. Oktober 2020 – einlösen. Ihr müsst Euch also nicht für ein Datum entscheiden.

Der Zechenpark – neu und gepflegt

Ihr kommt also im Zechenpark rein und lauft auf einen alten Förderturm zu. Der ist noch aus dem Jahr 1912 und war der erste und einzige Förderturm der Zeche. Damals. Kurz danach haben sie dann Förderturm 2 gebaut und das ist der große rote Turm daneben. Auf den könnt Ihr hochfahren und Euch von oben einen Überblick über das Gelände der Landesgartenschau holen.

Ich musste 5 Euro für die Fahrt bezahlen. Aber ich nenne diese Ausgabe mal Hygiene-Pauschale. Ich hätte den Aufzug alleine nutzen können, habe ihn mir aber mit einem sehr netten älteren Herrn geteilt.

Wenn Ihr alleine in den Aufzug steigt, dann nicht wundern…es gibt nur E und 1. Und der erste Stock ist dann auf 66 Metern. Wenn Ihr dort aussteigt, steht Ihr in der Maschinenhalle.

Jeder, der sich gefragt hat, ob der Turm ein Förderturm war, kann die Frage jetzt beantworten. Es war ein Förderturm. Die Maschinen sind gewaltig.

Maschinenhalle von Förderturm 2

Von dort geht’s dann raus auf den „Balkon“. Leider ein Käfig. Aber der Sicherheit geschuldet. Es gibt kleinere „Foto-Fenster“. Auf jeder Seite gibt es eins. Nur dumm, dass die mit einem Vorhängeschloss gesichert sind. Und sie sind Spiegelreflex-Kameras vorbehalten. Das juckt mich jetzt weniger, da ich ja eh ständig meine Canon durch die Gegend trage.

Aber der Gag ist halt, dass man sich an das Personal wenden solle, die dann die Fenster öffnen würden. Dumm nur, wenn weit und breit kein Personal zu sehen ist. Also gab es keine schönen Fotos von der Umgebung. Und man konnte schon richtig weit gucken. Schade.

Landesgartenschau – Marketingparadies?

So eine Landesgartenschau ist ja einerseits eine riesige Parkfläche und andererseits auch eine Werbefläche für Gärtnereien, Steinmetze, Poolbauer und andere Betriebe, die im Großen und Ganzen mit dem Garten zu tun haben.

Also gibt es auch hier Schaugärten, Forschergärten, Gärten von Schulklassen, Verkaufsstände, Blumenhallen und noch so einiges mehr. Es gibt Spielplätze, überall lauschige Sitzmöglichkeiten, von den Bäumen hängen Hängematten und Hängesessel, auf dem Grün stehen Liegestühle.

Noch mal kurz zum Rasen. Der war mal richtig grün. Es wird wohl auch daran liegen, dass die Landesgartenschau wegen Corona später aufgemacht hat und ich jetzt in der Anfangsphase dort war. Aber es ist alles extremst gepflegt. Überall arbeiten Gärtner und natürlich seht Ihr Unmengen der kleinen Mähroboter.

Rasenmäher auf der Landesgartenschau in Kamp-Lintfort
es waren eine Unmenge dieser kleinen Rasenmäher unterwegs

Der Zechenpark ist noch relativ neu. Die Türme und Hallen stehen natürlich schon seit 1912 oder sind aus dieser Zeit. Aber mit der Parkanlage wurde erst 2018 begonnen. Deshalb seht Ihr dort auch keine gewachsene Parklandschaft. Auch mit Schatten schaut es mau aus. Die Bäumchen sind noch recht klein und keine wirklichen Schattenspender.

Für den gewachsenen Garten müsst Ihr die Location wechseln. Wenn Ihr hinten aus dem Zechenpark rausgeht, kurz über die Straße und dann den 3 Kilometer langen Wandelweg entlang, kommt Ihr zum Kloster Kamp. Der Garten des Klosters bildet das Kamper Gartenreich.

3 Kilometer Wandelweg zwischen den Ausstellungsflächen

Wandelweg zum Kamper Gartenreich

Ich war ein wenig enttäuscht, aber ich hatte von dem Garten von Kloster Kamp so viele Fotos gesehen, dass ich einen spektakuläreren Garten erwartet hatte.

Aber hier gibt’s herrlich duftende Rosen und allerlei anderes. Von der Orangerie hatte ich auch ein wenig mehr erwartet. Es ist eigentlich nichts anderes als ein Café. Oder eher mehr ein Kiosk. Ohne Klimaanlage.

Jede Menge Grün auf der Landesgartenschau in Kamp-Lintfort

Ich habe mich angestellt für ein Kaltgetränk. Habe dann aber aufgegeben, es ging so gar nicht voran. Und es war gar nicht mal soviel los.

Oberhalb des Gartens thront das Kloster Kamp. Leider ist die Klosterkirche geschlossen. Ob das dauerhaft während der Landesgartenschau so ist, kann ich nicht sagen. Aber ich vermute mal, dass auch dies Corona geschuldet ist.

Terrassengarten von Kloster Kamp, Klosterkirche und Klostergarten

KALISTO – der Zoo der Landesgartenschau

Zur Landesgartenschau gehört auch ein kleiner Zoo. Vor Ort heißt der KALISTO (Kamp-Lintforter Spiel- und Tieroase). Ein paar Kaninchen, Ziegen, Schafe und Meerschweinchen. Esel hab ich gesehen. Es gibt vier Alpakas, die auf die wunderbaren Namen Horst, Werner, Theo und Pepe hören. 

Shetlandponys gibt’s auch und eines heißt wirklich Jünter *lach*. Wir sind halt in NRW.

Die Attraktion sind aber auf jeden Fall die Erdmännchen. Ich kann ihnen schon im Zoo nicht widerstehen. Dort sieht man allerdings nicht allzu viel von ihnen. In der Regel steht immer nur einer „rum“ und „guckt“. Die Erdmännchen in Kamp-Lintfort waren Jungtiere und total verspielt. Herrlich.

Landesgartenschau Erdmännchen Jungtiere
Kleine Erdmännchen…total verspielt

Mein Fazit:

Vielleicht muss man nochmal im August oder September hinfahren. Vielleicht blüht dann schon etwas mehr und es schaut nicht mehr so „neu“ aus?

Das Schöne ist ja, dass der Park der Stadt erhalten bleibt. In ein paar Jahren werden kleinere Mehrfamilienhäuser gebaut und es entsteht quasi ein kleines neues Stadtviertel auf dem Gelände der Landesgartenschau Kamp-Lintfort.

Ganz kurz noch zum Schluss: die Toiletten sind unglaublich sauber. Für den Fall, dass sich jemand sorgt ;-).

Und…zu Guter letzt: falls hier jemand Werbung vermutet…ist es nicht. Ich war dort und habe mein Ticket selbst bezahlt (naja…meine Eltern haben es bezahlt, um ganz ehrlich zu sein).

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