Unterwegs

Zeeland ist immer einen Ausflug wert – meine Tipps7 Minuten Lesezeit

Ich glaub, mittlerweile weiß so gut wie jeder, dass ich ein bisschen Holland-verrückt bin. Diesmal schreibe ich allerdings nicht über meine neue Lieblingsstadt Rotterdam, sondern über die schöne Provinz Zeeland. Wie der Name vermuten lässt, liegt Zeeland am Meer. Nun ja…eigentlich liegt es unter dem Meer, also unter dem Meeresspiegel. Und damit die nächste Sturmflut nicht wieder übel endet, wurden die Deltawerke gebaut. Das ist ein riesengroßes Sturmflutwehr, das sich im Bedarfsfall schnell schließen lassen kann. Aber ich greife wieder mal vor. Eigentlich wollte ich Euch meine 5 Tipps für Zeeland aufschreiben (und einer davon sind halt die Deltawerke):

1. Domburg – das erste Seebad in Zeeland

Für mich ist Domburg der Inbegriff von Zeeland. Das liegt vielleicht daran, dass ich dort schon häufiger Urlaub gemacht habe. Und vielleicht daran, dass es ein wunderschöner kleiner Badeort ist. Mit einem ellenlangen Strand, der zwar bei Flut recht schmal wird, dafür aber ewig lang ist. Es gibt eine Einkaufsstraße mit Klamottenläden, Einrichtungsläden und natürlich vielen Cafés und Restaurants.

Die Supermärkte liegen nicht ganz im Zentrum, aber Domburg ist echt nicht groß, da sind auch die Supermärkte zu Fuß erreichbar. Es gibt unter anderem im Singel 6 (das ist der Straßenname) einen wirklich gut sortierten Albert Heijn-Markt, allerdings ist der Parkplatz nicht ganz so groß. Es gibt aber auch drum herum genügend Möglichkeiten zu  parken.

Ich liebe die Strandpromenade, die direkt durch die Dünen führt. Links und rechts der Promenade stehen vereinzelte Villen mit wunderschönem Blick aufs Meer. Eine von ihnen ist die Villa Carmen Sylva. Immer wenn ich in Domburg bin, sah diese Villa unbewohnt aus. Heute weiß ich, dass es ein besonderer Ort ist, denn 1889 war die rumänische Königin und Schriftstellerin Elisabeth zu Wied dort zu Gast. Trotzdem ist es schade, dass die Villa kaum bewohnt ist.

Eines meiner Lieblingshäuser ist der Badpaviljoen direkt an der Strandpromenade. Das Kurhaus von Domburg wurde im Jahr 1889 für 33.000 Gulden gebaut, als ein Ort der Unterhaltung für den internationalen Adel, Intellektuelle und Künstler. Um den großen Kursaal, in dem regelmäßig Konzerte stattfanden, gruppierten sich weitere kleine Räume, wie einen Billardraum, einen Lesesaal für Männer und einen Salon für die Damen. Seit 1983 ist dieser wunderschöne Bau als Nationaldenkmal geschützt.

Und damit es nicht zusehends verfällt, wurde das Gebäude sorgfältig restauriert und beherbergt seit 2008 das Restaurant „Het Badpaviljoin“ und 10 Wohnungen (oder auch nur 9) mit tollem Blick aufs Meer. Einige der Wohnungen sind Ferienwohnungen und ich würde da sooo gerne mal ein paar Tage Urlaub machen.

Wohnen in Domburg

Empfehlen kann ich die Ferienhäuser im Buitenhof. Ich habe dort bereits zweimal ein Ferienhaus gebucht. Anschauen könnt Ihr Euch das hier: https://www.roompot.de/ferienparks/niederlande/zeeland/buitenhof-domburg/. Es gibt Häuser in allen Größen und es ist auch kein Ferienhauspark, in dem alle Häuser vermietet werden. Zwischendrin sieht man auch immer wieder selbst bewohnte Häuser. Da stehen dann nicht die obligatorischen Plastikstühle im Garten.

Dann habe ich ja oben bereits die Ferienwohnungen im Badpaviljoen angesprochen. Dort habe ich leider noch nicht gebucht, würde es aber gerne mal tun. Zeeland punktet ja vor allem mit ellenlangen, megabreiten Sandstränden. Perfekt für die gerade heiß begehrten Standhäuser. Adressen gibt es dafür viele, z. B. diese hier https://strandhuisje.de/slapenophetstrand/slaapzand/

Ein paar Restauranttipps in Domburg kann ich Euch auch geben:

  • De Visbar – wie der Name schon sagt, bekommt man hier leckere Fischgerichte
  • El Fuego – ein guter Mexikaner
  • In den Walcherschen Dolphyn – lecker, mitten auf der Hauptstraße
  • Mondriaans Winkel – kleines Café mitten in Domburg

2. Middelburg – Zeelands Hauptstadt

Nur einen Katzensprung von Domburg entfert liegt Middelburg. Ich verfalle immer gerne in die englische Schreibweise Middleburg. Ist aber falsch, es heißt Middelburg. Und die Stadt ist die „Hauptstadt“ von Zeeland. Middelburg ist typisch Holland: schöne kleine Häuser mit großen Fenstern (meist immer noch ohne Gardinen – als hätten sich die Holländer daran gewöhnt, dass ihnen die Touris in die Wohnzimmer schauen).

Was könnt Ihr Euch anschauen in Middelburg?

Stadthuis
Das Rathaus von Middelburg wurde zwischen 1452 und 1520 im spätgotschen Stil erbaut. An der Fassade sind die Figuren von 25 zeeändischen Gräfinnen und Grafen angebracht. Heute ist im Stadthuis ein College untergebracht. Es werden aber weiterhin Trauungen durchgefüht.
Liebfrauenabtei
Die Abtei wurde ab 1127 erbaut und wurde ein großer Komplex mit zwei Kirchen. Die Abtei hatte damals wirklichen Einfluss und der Abt war einer der mächtigsten und einflußreichsen Personen in Zeeland. Zwei Brände hatten verheerende Folgen für den Abteikomplex: 1492 wurden einige Gebäude zerstört, 1568 dann fast komplett die Kirchen. Die Kirche wurden wieder aufgebaut: in der Koorkerk befindet sich das Grab von Wilhelm II von Holland und die Nieuwe Kerk wurde nach dem Brand wieder aufgebaut. Heute ist in dem Komplex das Zeeuws Museum untergebracht.
Lange Jan
Der Abteiturm liegt mitten in der historischen Altstadt von Middelburg. Nach 207 Stufen und 90,5 Metern entschädigt die tolle Rundumsicht über Zeeland für den anstrengenden Aufstieg. Aktuell (2018) kostet der Eintritt für Besucher über 5 Jahren 4,00 Euro. Juli und August ist der Turm täglich zwischen 11 und 17 Uhr begehbar, im September nur Donnerstag, Freitag und Samstag zwischen 11 und 16 Uhr. Es gibt (leider) keinen Aufzug.
Oostkerk
Die opulente Bauweise der zwischen 1664 und 1667 erbauten Oostkerk zeugt vom Reichtum Middelburgs in dieser Zeit. Für die Finanzierung der Kirche wurde tatsächlich eine Zusatzsteuer auf Wein und Bier erhoben. Super Sache…die Holländer und ihre lustigen Steuern.

 

Kleiner Tipp: macht eine von den lustigen Grachtenfahrten. Es gibt nicht ganz so viele Grachten wie in Amsterdam, dafür sind es aber ganz kleine Boote und man muss regelmäßig an jeder Brücke den Kopf einziehen. Wehe, wenn nicht…dann aua ;-)

 

Wie kommt Ihr hin?

Alle Wege führen nach Middelburg. Am einfachsten ist der Weg über die Autobahn oder mit dem Zug, obwohl ich Zugfahren in Holland nicht ganz so entspannend fand. In den Zügen, in denen ich war, gab es nicht wirklich Möglichkeiten sein Gepäck unterzubringen. Mit leichtem Gepäck ist’s aber ganz bestimmt besser.

3. Zeelands historisches Ausflugsziel: Veere

Veere ist ein tolles Ausflugsziel in Zeeland. Ich habe bei menem Besuch nur eine ganz süße kleine Innenstadt gesehen bzw. entdeckt, aber zu der Gemeinde Veere gehören ja noch einige Sandstrände und die aufgeschüttete Insel Neeltje Jans (dazu komme ich aber später noch).

Die Stadt ist über die Jahrhunderte erstaunlich heil geblieben und daher gibt es auch noch jede Menge historische Gebäude zu bestaunen. Ganz toll sind die Giebelhäuser. Interessant finde ich, daß in Holland Kirchen nicht nur zum Beten genutzt werden, sondern auch für andere Verantstaltungen.

Veere war früher eine reiche Stadt und dieser Wohlstand kam durch den Handel von Tuch und Wolle mit England und Schottland. 1561 entstanden am Hafen die Schottenhäuser mit prachtvollen Fassaden. Im 16. Jahrhundert diente der Hafen als Kriegshafen. Napoleon jedoch hatte großen Anteil daran, dass die Handelsbeziehungen mit England zerbrach und der Hafen dann nur noch als Fischereihafen genutzt wurde.

Zeeland liegt ja bekanntlich recht tief und wurde regelmäßig vom Wasser bedroht. Daher wurden die Deltawerke gebaut und damit die Verbindung von Veere zum offenen Meer unterbrochen. Jetzt ist das Veersemeer ein reines Binnenmeer und eignet sich wunderbar zum Segeln und Erholen.

 

4. Deltawerke Neeltje Jans – Zeelands wichtigstes Bauprojekt

Zeeland liegt teilweise unter dem Meeresspiegel. Und ist daher auch regelmäßig von Überschwemmungen  bedroht. Damit es aber nie wieder zu so einer verheerenden Sturmflut wie im Jahr 1953 kommt, wurde ein großer Damm errichtet. Und durch dieses Grußprojekt ist eine kleine neue Insel entstanden: Neeltje Jans. Um dieses Projekt „Damm“ ist damit eine Art Vergnügungspark entstanden, allerdings mit wissenschaftlichem Hintergrund.

Als ich das letzte Mal in Holland war, stand auch endlich mal ein Besuch des Deltaparks auf dem Programm. Man fährt ja immer über den Damm, wenn man die Region erkundet, aber die Technik dahinter anschauen? Macht man ja eigentlich nicht. Jetzt gibt es hier aber diesen Park, in dem man etwas lernen kann. Warum wurde der Damm gebaut? Und wie wurde er gebaut? Das Warum ist schnell erklärt: man muss sich nur den Film im Delta Experience anschauen. Dann wird beklemmend recht schnell klar, dass man eine Sturmflut wie die im Jahr 1953 nicht noch mal erleben möchte. Bestand vor dem Bau noch ein Überschwemmungsrisiko von 1:80, beträgt es jetzt nach dem Bau nur noch 1:4.000. Und das Wie wird erklärt, wenn man eine Führung ins Innere des Sturmflutwehres bucht.

Ich persönlich war von dieser Vorstellung im Delta Experience wirklich ergriffen. Es ist wie eine Art Rundum-Kino: die Türen schließen sich, es wird dunkel und das Szenario wird nach und nach aufgebaut. Erst geht nur ein leichtes Lüftchen, dann wird der Wind stärker und schließlich ist es ein orkanartiger Sturm. Der Damm wird immer poröser und kann den Wassermassen nicht mehr standhalten. Nachdem der Sturm dann vorüber ist, wird das gesamte Ausmaß der Katastrophe sichtbar…

Es gibt aber auch einen weniger geschichtsträchtigen und beklemmenden Teil im Park. Die Kinder freuen sich über den großen Wasserspielplatz. Dann gibt es noch ein Aquarium mit exotischen Fischen und auch Haien, allerdings auch mit Fischen, die vor Ort im Meer herumschwimmen. Witzig war auch die Orkanmaschine, in der man erstmal mitbekommt, welche Wucht Wind eigentlich haben kann.

Eintrittspreise und Öffnungszeiten
Eintritt: Erwachsene – 23 Euro, Kinder 2 – 3 Jahre – 8,50 Euro, Kinder 4 – 11 Jahre – 17,50 Euro, über 65 Jahre – 21 Euro / Führungen ins Innere des Sturmflutwehres kosten 3,50 Euro; Tickets gibt’s an der Info im Eingangsbereich des Parks / Parkplatz PKW kostet 7,50 Euro / Öffnungszeiten: 30. März bis 04. November täglich 10:00 – 17:00 Uhr

5. Fort Rammekens

Zu guter Letzt kann ich Euch einen Besuch in Europas ältestem Seefort absolut empfehlen. Das Fort liegt in der Nähe von Ritthem direkt am Eingang der Westerschelde. Die ständigen Umbaumaßnahmen veränderten die Optik des Forts grundlegend. Aus dem Schloss im Inneren wurden Gewölbe und das Fort wurde damit erst recht zur Festung. Es schaut auch heute noch wie eine Festung aus. Meterdicke Wände und dicke Tore…hat was. In den Räumen gibt’s eine Ausstellung über die Geschichte und die Veränderungen.

Eintrittspreise und Öffnungszeiten
Eintritt: Erwachsene – 3,50 Euro; Kinder 4 – 12 Jahre – 2,00 Euro; Kinder unter 4 Jahren kommen umsonst rein Öffnungszeiten: April – Oktober jeden Samstag und Sonntag zwischen 12 und 17 Uhr

Und während ich das hier so schreibe, entdecke ich doch glatt die Blogparade von Travelsanne: Zeeland – Eine Liebeserklärung an die Holländische Küste. Na, da mach ich doch direkt mal mit…

Ach ja, mir fällt gerade noch was ein: für den Fall, dass sich jemand an meinen Empfehlungen stört…der Text wird unbeauftragte und vor allem auch unbezahlte Werbung für den ein oder anderen Ort enthalten. Ich fand’s da schön, also hab ich drüber geschrieben.

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