Unterwegs

Paris – Sightseeing Hop-on-Hop-off7 Minuten Lesezeit

Hop-on-Hop-off

Bevor wir in den Hop-on-Hop-off-Bus steigen, um uns einen ersten Überblick über die Sehenswürdigkeiten der Innenstadt zu verschaffen, beginnen wir mit einem Wahnsinnsfrühstück. Wenn Ihr in der Nähe seid, dann frühstückt bei Claus. Ist natürlich nicht ganz billig, aber zeigt mir etwas, das in Paris günstig ist. Ich habe diesen kleinen Laden nur durch Zufall entdeckt. Unten stehen vielleicht drei Tische, die quasi in die Küche integriert sind. Im oberen Stockwerk haben dann vielleicht noch etwa 20 Leute Platz. Ein heller und gemütlicher Raum, hat ein bißchen was von Puppenstube, ist aber so gar nicht kitschig. Die Karte ist überschaubar, aber wirklich gut. Es gibt auch glutenfreie Produkte, allerdings nichts laktosefreies. Für Nicht-Frühstücker wie mich, die nicht unbedingt viel Geld für das Hotelfrühstück ausgeben möchten, ist das Claus perfekt.

Claus – La Maison du Petit-Déjeuner / 14, Rue Jean-Jaques Rousseau (am Palais Royal) / Öffnungszeiten: Mo – Fr 08:00 – 17:00 – Küche von 08:00 – 14:00 Sa, So u. Feiertage 09:30 – 17:00 – Küche von 09:30 – 15:00 / www.clausparis.com

Ich hatte einen Nuss-Zimt-Brioche und ich hätte mich reinlegen können. Hier ist alles frisch, sei es das Müsli mit frischem Obst (ich habe selten eine so große Brombeere gesehen) oder der frisch gepresste Orangensaft. Nur in Sachen gekochtes Ei essen wir anders als die Franzosen. Das Ei war doch noch sehr flüssig und ging dann auch zurück. Mit dem Erfolg, dass das nächste Ei genauso aussah. Am Nachbartisch sahen wir dann, dass die Pariser ihr Ei im flüssigen Zustand aus der Schale löffeln. Andere Länder, andere Sitten…

Hop-on-hop-off in Paris

Eine tolle Sache bei Städtereisen ist der Hop-on-Hop-off-Bus. Auch in Paris gibt es mehrere Anbieter, ich habe mich für „Open Tour Paris“ entschieden, weil mehrere Runden angeboten werden. Es gibt die rote, blaue, grüne und gelbe Linie. Durch die City führt die blaue Linie. Wir sind am Louvre eingestiegen und nachdem die Vouchers – also das Online-Ticket – beim Busfahrer gegen die 2-Tages-Pässe getauscht waren, ging’s dann auch schon los. Der Bus war leer, das Wetter passte (es war trocken) und wir saßen oben vorne in der ersten Reihe. Eine komplette Runde dauert etwa 2 Stunden, kommt natürlich immer so ein bißchen auf den Verkehr an. Wenn man da oben in der ersten Reihe sitzt, ist das so ein bißchen wie Achterbahnfahren. Es schaut schon echt abenteuerlich aus…der Verkehr in Paris ist aber auch speziell.

Stops an den bekanntesten Sehenswürdigkeiten

Vom Louvre ging’s dann über die Pont du Carrousel zum Musée d’Orsay, über das ich ja schon in meinem ersten Stadtrundgang berichtet habe. Das war dann mal ein kurzer Ausflug auf die andere Seite der Seine. Über die Pont de la Concorde fuhren wir dann einmal um den Obelisken auf dem Place de la Concorde. Dieser Obelisk ist mittlerweile schon über 3.000 Jahre alt und ein Geschenk der Ägypter aus dem Jahr 1831. Es ist allerdings nicht überliefert, was die Franzosen den Ägyptern als Gegengeschenk schickten…

Obelisk auf dem Place de la Concorde in Paris

Der Place de la Concorde ist der größte Platz der Stadt. Er wurde 1755 angelegt und erst nach Ludwig XV benannt. Während der Französischen Revolution stand hier die Guillotine und viele Franzosen verloren ihr Leben. Nach der Revolution wurde der Platz dann in Place de la Concorde umbenannt, in der Hoffnung, er würde ein Platz der Harmonie und des Friedens werden. 

Es folgen dann drei Stops auf den Champs-Elysées, einer am Grand Palais, das ebenfalls für eine Weltausstellung erbaut wurde, allerdings im Jahr 1900. Heute werden in dem Palais regelmäßig Ausstellungen gezeigt, auch Karl Lagerfeld nutzte es gerne für seine Modenschauen.

Hop-on-hop-off zum Triumphbogen

Die Champs-Elysées führen ja zum Triumphbogen. Mit dem Bus sind wir dann zweimal drum herum gefahren. Warum jetzt zweimal…keine Ahnung. Vielleicht wegen des Verkehrs…??? Ich mag den Triumphbogen und war auch schon ein paar Mal dort, aber noch nie oben drauf. Und…Ihr ahnt es…ich war auch dieses Mal nicht oben.

Öffnungszeiten: 01. Oktober – 31. März = 10:00 – 22:30; 01. April – 30. September = 10:00 – 23:00 / Eintrittspreise: Erwachsene 12,00 EURO, Kinder bis 18 Jahre kommen umsonst rein, EU-Bürger unter 26 Jahren kommen ebenfalls zahlen ebenfalls keinen Eintritt.

Um zum Triumphbogen zu kommen, sollte man, wenn man an seinem Leben hängt, nicht den direkten Weg über den Kreisverkehr nehmen, sondern die Unterführung, die sicher zum Bogen führt. Wenn man dann angekommen ist und nicht das Pech hat, an einer ellenlangen Schlange anzustehen, geht es dann 284 Stufen und 50 Meter aufwärts. Von oben gibt’s dann aber als Entschädigung die tolle Aussicht auf Paris: 12 breite Prachtstraßen in alle Himmelsrichtungen. Viele der Straßen sind nach Siegen und Generälen der napoleonischen Armee benannt. Außerdem sieht man die Axe historique: Glaspyramide des Louvre, Obelisk Place de la Concorde, Arc de Triomphe, Grand Arche La Defense.

Tolle Aussicht auf das Wahrzeichen von Paris: Eiffelturm

Der nächste Stop unseres Hop-on-Hop-off-Busses ist der Trocadero und damit die Ansicht des Pariser Wahrzeichens von vorn. Für mich die die Ansicht vom Trocadero aus die Vorderansicht des Eiffelturms und die Rückseite ist dann die Sicht vom Champ de Mars. Es ist kaum zu glauben, dass diese Meisterleistung an Ingenieurskunst nach 20 Jahren wieder abgerissen werden sollte.


Facts zum Eiffelturm

Der Turm ist 324 m hoch und wurde zwischen 1887 und 1889 für die Weltausstellung von 1889 gebaut. Es gibt drei Aussichtsplattformen: 1. Etage auf 57,6 m, 2. Etage auf 115,7 m und die Spitze auf 276,1 m Höhe. Zusätzlich zur Weltausstellung wurde er außerdem als Denkmal zur Erinnerung an den 100. Jahrestag der Französischen Revolution errichtet. Kurzzeitig war er mal das höchste Bauwerk der Welt, heute ist er noch das höchste Bauwerk von Paris und definitiv das meistbesuchte Wahrzeichen der Welt. Seit 1964 ist er als Monument Historique denkmalgeschützt.


 Es ging dann einmal um den Eiffelturm herum, wir haben ihn also von vorne und auch von hinten gesehen. Ja, ich weiß, er sieht auf allen vier Seiten gleich aus, aber das Drumherum ist ja anders ;-) . Der nächste Stop war dann am Invalidendom bzw. am Hotel des Invalides. Für eine Besichtigung des Invalidendoms hat unsere Zeit leider nicht gereicht. Hätte ich meiner Nichte erzählt, dass sich auf dem Areal des Hotel des Invalides auch eine Kirche befindet, hätten wir die Zeit für die Besichtigung wohl finden müssen. Sie musste jede Kirche besichtigen ;-). Das Hotel des Invalides war damals von Ludwig XIV als Unterkunft von Kriegsveteranen in Auftrag gegeben worden. Und der Invalidendom dient seit 1840 als Mausoleum Kaiser Napoleons I.

Ich bin ja total fasziniert von der Geschichte Frankreichs und Paris mit Kaisern und Königen, Ludwigs und Napoleons, mit der Französischen Revolution und Kaiserreichen und es hat mir irre viel Spaß gemacht, das alles zu recherchieren. Aber wenn ich das alles in einen Blogbeitrag packen würde, würde das echt den Rahmen sprengen.

Der letzte Stop auf unserer Fahrt, bevor wir an der Opéra Garnier ausgestiegen sind, ist Madeleine. Das Bauwerk schaut ja nach allem aus, aber nicht nach einer Kirche. Ist aber eine. Der Bau wurde 1764 begonnen und zur Französischen Revolution unterbrochen. Damals hatten die Franzosen mit der Kirche nichts am Hut, daher überlegte man, La Madeleine als Börse, Gericht oder Parlament zu nutzen. Napoleon plante dann sogar, es als Ruhmeshalle zu nutzen. Und ganz ehrlich…es schaut auch eher aus wie eine Ruhmeshalle. Oder ein Tempel…aber eine Pfarrkirche? Nun ja…Seit 1812 ist es eine Kirche und seit 1915 steht sie unter Denkmalschutz.

Der Stop an der Opéra Garnier ist der Anfangspunkt der blauen Linie und gleichzeitig auch der Startpunkt der roten Linie, die Montmartre, die Bahnhöfe Gare du Nord und Gare de l’Est und den Place de la Republique abdeckt. Die Oper – oder auch Palais Garnier – wurde 1860 als Teil des Stadtsanierungsprojekts von Baron Haussmann erbaut. Man kann die Oper auf eigene Faust besichtigen, muss aber trotzdem Eintritt in Höhe von 11 Euro zahlen und dazu noch mal 5 Euro für den Audioguide. Zwei Highlights auf dem Rundgang sind die Prunktreppe und das Bibliotheksmuseum. Ich war nicht drinnen, aber ich hab auf vielen Fotos gesehen, dass sich die Besichtung wohl wirklich lohnt.

Shopping im Galeries Lafayette

Nur einen Katzensprung von der Oper entfernt liegt das Traditions-Kaufhaus Galeries Lafayette. An der Kreuzung Boulevard Haussmann/ Rue de Mogador stehen – glaube ich – vier einzelne Filialen, jeder bietet was anderes an. In dem einen Haus gibt es nur Männerklamotten, in dem anderen nur Food und Küchenzubehör und in dem Stammhaus schlägt das Mädelsherz höher. Beauty, Taschen, Schuhe und natürlich Kleidung…diese Kuppel ist echt beeindruckend. Ich finde ja, es hat mehr Ähnlichkeit mit einem Theater als mit einem Kaufhaus. Aber man muß es mal gesehen haben.

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