Unterwegs

Paris – La Défense6 Minuten Lesezeit

Ich habe wirklich überlegt, ob ich noch einen Artikel über Paris schreiben will/ muss. Ob meine kleine Serie, die ich bis jetzt geschrieben habe, nicht ausreicht. Aber ich bin zu dem Schluss gekommen, dass sie – also die Serie – noch nicht ganz komplett ist. Einen Teil habe ich ja bisher außen vorgelassen: La Défense. Wenn man es genau nimmt, dann gehört es ja auch nicht zu Paris. Die Stadt endet am Bois de Boulogne und dahinter liegt dieser futuristische Stadtteil. Und es schaut so neu aus…ist er aber gar nicht. Aber dazu später mehr.

La Défense – Alt vs. Neu

Ich habe noch einen Tag in Paris. Und ich habe beschlossen, mich diesmal ohne großen Plan treiben zu lassen. Das Hotel hatte ich schon gewechselt. Ich wollte mir noch eine oder zwei Nächte in La Défense gönnen und habe mir deshalb ein Zimmer im CitizenM gebucht. Die Hotelkette kannte ich ja schon von meinem Besuch in Rotterdam und war so auch nicht von der Winzigkeit (Größe wäre hier das falsche Wort) des Zimmers überrascht (übrigens habe ich das Hotel selbst gebucht, ich wurde also für die Erwähnung des Namens nicht bezahlt). Lage und Blick waren schon in Rotterdam gut, aber hier in La Défense…wow…schaut selbst:

Grandiose Aussicht vom Hotelzimmer auf den Grand Arche La Défense

Das nenne ich mal eine Aussicht. Und man sieht nicht, dass das Foto durch eine Glasscheibe gemacht wurde.

An meinem letzten vollen Tag in Paris habe ich mir morgens ein Tagesticket für die Metro gekauft (hätte ich nicht gebraucht, weil ich eh nur gelaufen bin) und bin mit der Linie 1 (gelb) in die Stadt gefahren. Das ging auch wirklich ganz einfach. Am Grande Arche runter zur Metro, am Automaten (oder an der Schlange anstellen) das Ticket kaufen, dann runter zum Gleis und meistens steht die Metro auch schon da, weil La Défense die Endstation ist. Und Metrofahren macht Spaß und ist auch nicht umständlicher als bei uns. Sogar umsteigen an Chatelet Les Halles hat mich jetzt nicht wirklich gefordert, obwohl es die größte Metrostation in Paris ist (und ich vorher echt Muffensausen hatte).

Mit der Metro durch Paris

An den Metrostationen, an denen ich unterwegs war, gab es auch keine Probleme mit Gepäck unterwegs zu sein, weil es an den Ein- und Ausgängen keine Drehkreuze, sondern Gates wie am Flughafen, gab. Da braucht man dann auch nicht turnen, um die Koffer gleichzeitig mit sich selbst durch das Gate zu bringen. Ich hab da ja Horrorgeschichten gelesen.

Da es aber meine erste Metrofahrt war, wollte ich an einer der größeren Stationen aussteigen. So der Plan. Bin ich also Champs Elysées Clemenceau ausgestiegen. Hört sich doch vielversprechend an. Mit mir sind dann aber doch nur noch 2 Leute ausgestiegen und die sind auch nur umgestiegen. Und die Metrostation war jetzt auch alles andere als prächtig. Hätte man ja vermuten können bei einem Prachtboulevard wie den Champs-Elysées. Nun denn…ich habe es aber wohlbehalten an die Oberfläche geschafft und stand mitten im Nirgendwo. Noch nicht mal an den Champs-Elysées. Also, Handy raus, Navi an und erstmal orientieren. Ich wollte zur Galeries Lafayette laufen. Quasi das Einzige, das ich an diesem Tag geplant hatte. Irgendwo muss ich ja anfangen.

Spaziergang durch Paris

Also laufe ich immer schön dem Navi nach und wundere mich ein wenig, dass ich dort doch ziemlich alleine laufe. Links und rechts tolle alte Paläste. Die Gegend ist schon ziemlich imposant. Links und rechts auch ziemlich viele Alarmanlagen – wohnen wahrscheinlich ziemlich vermögende Menschen in den Anwesen. Ok…Diplomaten-Kennzeichen – sind dann wohl Botschaften. Ich laufe immer weiter (hab immer noch keinen blassen Schimmer, wo ich bin), sehe plötzlich viel Polizei (denke aber nur, dass bei uns manche Botschaften ja auch geschützt werden) und plötzlich Presse! Hä? Und dann dämmert’s auch mir. Der Elysée-Palast!!!

Ich bin also gerade bei Macron vorbeigelaufen. Und die Presse stand deshalb vor der Tür, weil da gerade eine Sitzung mit den Botschaftern lief. Ich war wieder in meiner Parallelwelt unterwegs und hatte mir schon ausgemalt, wie ich die Millionen ausgebe, die ich für mein Paparazzo-Foto bekomme. Realität war aber, dass ich wahrscheinlich eher vom Auto überfahren worden wäre, bis ich die Kamera parat gehabt hätte.

Lunchbreak im Jardin des Tuileries

So bin ich dann kreuz und quer durch die Stadt gelaufen und habe mein Navi schon ziemlich gefordert. Bin halt immer dann abgebogen, wenn ich etwas Spannendes entdeckt hatte. Irgendwann bin ich dann doch tatsächlich am Galeries Lafayette angekommen und habe mir noch mal die berühmte Kuppel angeschaut. Für einen ausgiebigen Shopping-Bummel war aber keine Zeit, außerdem hätte ich die Tüten den Rest des Tages schleppen müssen. Fand ich jetzt nicht mega. Nach dem Rundgang habe ich mir überlegt, dass jetzt der perfekte Zeitpunkt für eine kleine Pause am Springbrunnen im Jardin des Tuileries wäre. Ich muss mir das noch mal auf der Karte anschauen. Ich bin wirklich zickzack gelaufen. Auf dem Weg zum Park musste ich mir aber ja noch meinen Lunch kaufen und hab dabei dann das entdeckt:

 

Wieder zurück an der Rue Rivoli, schnell über die Straße (bevorzugt natürlich an der Ampel. Autofahren ist in Paris genauso „anspruchsvoll“ wie in Rom, mit dem Unterschied, dass man in Rom als Fußgänger NICHT überfahren wird. In Rom gehört über die Straße laufen schon zum guten Ton. In Paris nennt man es einfach nur lebensmüde.) Zufällig war ein Stühlchen am Brunnen frei und da habe ich es mir dann erstmal gutgehen lassen. Hätte ich mehr Zeit gehabt, also wäre ich noch länger in der Stadt gewesen, dann hätte ich da bestimmt länger gesessen. So bin ich dann nach einer guten halben Stunde weitergezogen. Und zwar in Richtung Place Vendome.

Königlicher Place Vendome

Der Platz ist ja einer der Ältesten der Stadt und einer von fünf königlichen Plätzen (Place des Vosges, Place Dauphine, Place des Victoires, Place de la Concorde). Im Haus Nr. 12 hat Chopin gelebt und da ist er auch gestorben. Das hier ist auch eine der teuersten Ecken von Paris. Nun ja, es schaut auch so aus. Ein Teil der Häuserfront ist das Hotel Ritz, ein etwas hochpreisigeres Hotel in Paris. Die Läden spielen dann ungefähr in der gleichen Liga. Da haben sich einige viele Schmuck- und Uhrenhersteller angesiedelt, einige wenige Mode-Boutiquen und dann noch Banken und Versicherungen. Ich bin mir auch nicht so sicher, ob die das so toll fanden, dass ich da „herumgelungert“ habe.

Vom Place Vendome bin ich dann nochmal durch die Rue Rivoli geschlendert, um dann von der riesigen Metro-Station Chatelet Les Halles zurück nach La Défense zu fahren. Ich wollte mir anschauen, wo ich denn am nächsten Tag mit meinem Gepäck auf dem Weg zum Flughafen umsteigen muss. Von La Défense kommend, wechselt man hier nämlich vom RER A in den RER B. Aber das ist alles halb so wild. Wenn man genügend Zeit einplant, dann gibt es auch keine Probleme mit den ganzen Bahnsteigen.

Moderne Architektur in La Défense

Mein ausgiebiger Tag in Paris war so eigentlich gar nicht geplant. Ich wollte ja auf Foto-Safari in La Défense gehen. Vorab hatte ich mir schon die App „City Map La Défense“ runter geladen und fühlte mich gewappnet für die Moderne Architektur. Mein erster Eindruck war dann auch „Wow“, der zweite dann allerdings schon etwas ernüchtert. Irgendwie hatte ich mir das spektakulärer vorgestellt. Und ich hatte gehofft, die Gebäude wären im Dunklen auch beleuchtet (so wie in Frankfurt). So bin ich dann nur ein bißchen um den Grande Arche herumgeschlendert, der aber wirklich großartig ist.

Meine tolle Aussicht auf den Grande Arche habt Ihr ja oben schon gesehen. Das Viertel schaut so modern aus, dabei ist gab es erste Pläne schon im Jahr 1955. Und die Achse zwischen Champs-Elysées und dem Grand Arche ist sogar noch älter, die wurde nämlich schon unter Louis XV verlängert. So nach und nach wurden dann immer modernere Gebäude gebaut; besonders imposant ist natürlich La Grande Arche. Ich war vorher noch nie dort, habe den Bogen immer nur aus der Ferne gesehen. Aber wenn man dann davor steht…wow…das Ding ist gigantisch.

Grande Arche de la Défense

Ich habe aber gelernt, dass der Bogen nicht ganz genau in der Sichtachse zum Triumphbogen steht. Und das hat statische Gründe, weil unten drunter ein Tunnel verläuft. Daher mussten sie den Bau ein wenig verlegen. Mir macht das nichts…ich hab viel Zeit auf den Stufen verbracht und hab die Aussicht auf den Arc de Triumphe genossen. Mittlerweile ist auch die Dachterrasse wieder geöffnet. Hoch geht’s mit Glasaufzügen, kostet aber schon richtig viel Geld (Erwachsene 15 EUR, Kinder 7 EUR / 10:00 – 19:00, letzte Fahrt hoch um 18:30)

Beleuchtet war da also am Abend nichts, dabei hatte ich extra mein Stativ mit nach Paris genommen. Brauchte ich also nicht. Da es dann am Abend echt stockduster war, gab es nicht wirklich Fotomotive für mich. Ansonsten muss man morgens – wenn man antizyklisch unterwegs ist, also in Richtung Paris – aufpassen, dass man den Horden von Bankern ausweicht. La Défense ist DER Banken-Stadtteil von Paris. Es ist in etwa so wie Frankfurt, allerdings finde ich die moderne Architektur in Frankfurt spektakulärer.

Während ich das hier so schreibe, schaue ich mir die App noch mal genauer an und stelle fest, dass ich vielleicht doch mal links und rechts hätte gehen sollen. Da gibt es wirklich noch viele spannende Gebäude. Nun ja…dann muss ich da wohl doch noch mal hin. Übrigens gibt es in direkter Nähe zum Grande Arche das größte Einkaufszentrum von Paris, Le Quattre Temps. Es ist ein Einkaufszentrum, wie man es bei uns kennt, mit vielen Läden, die man bei uns nicht kennt. Aber es ist auch immer wirklich voll.

Mein Fazit für La Défense: La Grande Arche ist der Knaller! Wer nicht unbedingt ein (teures) Hotel mitten in der Stadt braucht, der ist auch in La Défense gut aufgehoben. Mit der Metro ist man in gut 20 Minuten in Paris. Fans von moderner Architektur sind hier in ihrem Element. Auf engem Raum kommt hier einiges an Architektur zusammen.

 

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