Unterwegs

Kurzurlaub – Zillertaler Berge5 Minuten Lesezeit

Berge…ich bin ja eher der Meer-Typ. Aber…ganz ehrlich…“echtes“ Meer ist ja von München aus eher schwer zu erreichen. Die Bayern schwören ja auf „ihren“ Gardasee, aber das ist ein See. Kein Meer. Keine Wellen. Land drumherum. Aber gut, es kann ja nicht jeder in der Nähe der Nordsee wohnen. Und ich ja leider auch nicht mehr.

Warum ich Euch das erzähle? Weil mich meine Kollegen immer so mitfühlend anschauen, wenn ich ihnen erzähle, dass ich mit den Bergen nicht soviel anfangen kann. So nach dem Motto: „Du bist nicht der Berge wegen nach Bayern gekommen? Echt? Kann man auch aus anderen Gründen nach München ziehen?“ Und dann kommt’s noch dicker: „Du fährst kein SKI?“ Ungläubiges Staunen…da fühle mich ja gleich wie eine Aussätzige. Und ich kontere dann damit: „Hey, ich bin Rheinländerin und stolz drauf!! Pfff…

Um aber wieder zurück zum Thema zu kommen…seit etwa drei Jahren fahre ich einmal im Jahr für ein verlängertes Wochenende nach Österreich ins Zillertal. Nach Fügen. Berge wohin man schaut. Ich habe mich noch nicht so sehr eingewöhnt, dass ich sofort mit den Hufen scharre und auf den Berg muss, aber sie verunsichern mich auch nicht mehr. Ich habe mittlerweile gelernt, dass man nicht mit dem Auto hochfahren kann – zumal das mein Auto wohl eh nicht schaffen würde. Zum Glück bin ich keine Höhenangst-Geplagte und finde die Tatsache, mit der Seilbahn hochzufahren, auch ganz toll. Und ich genieße auch immer die Aussicht. Aber noch viel mehr, dass ich nicht hochlaufen muss.

Mit der Spieljoch-Bahn hoch auf die Berge

Zurück zu Fügen. Es gibt Fügen und Hochfügen. Fügen unten und Hochfügen – Ihr ahnt es – oben. In Fügen befindet sich die Talstation der Spieljoch-Bahn. Von dort gehts mit der niegelnagelneuen Seilbahn rauf auf  knapp 1.770 m Höhe. Oben ausgestiegen steht man vor einer absolut futuristisch anmutenden Bergstation. Ich war jetzt recht früh oben und es war doch noch recht leer. Sehr zur Freude meinerseits: schöne Fotos ohne Menschen. Naja, eher Architekturfotos. Da braucht’s auch keine Menschen. Aber nichts finde ich blöder, als so lange zu warten, bis keiner mehr im Bild ist. Ich weiß, ich bin gestört.

Oben angekommen kann man natürlich wandern und mit der Bahn wieder runterfahren. Oder man kann hochfahren, wandern und wieder runterlaufen. Vielleicht gibt es auch Wanderer, die hochlaufen. Was es aber gibt, sind Gleitschirmflieger, die hochfahren und dann hinuntergleiten. Übrigens werden dort auch Tandemflüge angeboten. Mit Kindern kann man sich aber auch wunderbar einfach nur an oben an der Bergstation aufhalten. Es gibt einen ziemlich großen Spielplatz mit Trampolinen, einem kleinen Teich und anderen Spielgeräten. Drumherum stehen jede Menge Liegen und Bänke, so dass man es sich auch einfach nur gutgehen lassen kann.

Meine persönliche Challenge: der Barfuß-Weg

Unser Ziel war der Barfuß-Wanderweg. Meine Nichte war schon ganz hibbelig und wollte da unbedingt hin. Ich bin ja eigentlich kein Mimöschen und laufe sogar ziemlich gerne barfuß. Dachte ich…in der Realität bin ich eine Memme. Und absolut ungeeignet, jemals als Fakir zu arbeiten. Ich war noch nicht mal 1/3 unterwegs, da wollte ich schon wieder die Schuhe anziehen. Sand, Holz, Tannennadeln und grosse Steine gehen ja, aber Kieselsteine? Ich bin fast gestorben. Und ich war sooo langsam und habe mich bei jedem Schritt massiv selbstbemitleidet. Meine Nichte mit 9 Jahren ist da durchgelaufen, als wäre da nichts (oder als hätte sie Schuhe an). Das liegt bestimmt daran, dass sie leichter ist…oder sie kann schweben…?? Ich habe es aber überlebt (gerade so) und hatte danach dann so einen euphorischen Glücksmoment. Und wenn man danach dann wieder in Schuhen läuft – ich sag Euch, das ist ein tolles Gefühl – wie auf Wolken.

Es gibt dort oben dann noch eine Kletterwand und einen Flying Fox. Und der hat es echt in sich. Schaut auf den Fotos wirklich nicht so spektakulär aus. Aber oben angekommen – nun ja – schaut das schon anders aus. Man muss von der Bergstation erstmal noch ein bisschen bergauf  laufen und dann geht’s am Seil hängend schon ein ganzes Stück abwärts über eine Schlucht. Nichts für schwache Nerven und das Ding ist für Kids!! War zum Glück nichts für uns. Wie gesagt, ich bin wohl wirklich eine Memme.

Was gibt es noch? Ach ja, einen Seilgarten, wobei ich das eher als Gärtchen bezeichnen würde. Einmal im Kreis herum und auch nicht sehr abwechslungsreich. Dann gibt’s noch eine Kristallmine, in der die Kids selbst schürfen können. Diese ganzen Sachen kosten aber extra und man muss sie in einem Shop in der Bergstation im Voraus bezahlen. Am Flying Fox anstellen und bezahlen wollen ist nicht. Wenn Ihr Euch das alles mal im Netz anschauen möchtet, dann schaut mal unter https://www.spieljochbahn.at/de/

Spieljoch im Winter

Wir wollten auch noch zum Schaubergwerk, aber das hatte Mitte Oktober schon geschlossen. Wo ich auch schon direkt beim Thema bin. Der Herbst liegt ja bekanntlich zwischen der Sommer- und der Wintersaison. Und da der Winter quasi die Hauptsaison in den Bergen ist, ist von Ende Oktober bis Anfang Dezember kein Betrieb. Wer also im November aufs Spieljoch möchte, müsste eventuell die Berge hochlaufen. In diesem Jahr startet die Skisaison am 8. Dezember 2018. Für den Fall, dass es bis dahin nicht genug Schnee geben sollte, stehen dort unzählige Schneekanonen bereit. Das komplette Skigebiet umfasst mit den Bergen Spieljoch, Hochfügen und Hochzillertal-Kaltenbach ganze 30 Kilometer Skipiste.

Ich persönlich – habe ich ja ganz oben schon geschrieben – bin kein Skiläufer und kann dementsprechend auch nicht mitreden. Ich habe mir aber kurz die ganzen unterschiedlichen Skilifte erklären lassen und muss zugeben, ich würde micht bestimmt auch dort blamieren. In YouTube gibt’s ja diverse Videos über die Tücken der Skilifte…wo wir wieder bei der Memme wären. Kabinenbahn geht aber. Ich wäre bestimmt auch intelligent genug, die Ski nicht mit in die Kabine zu nehmen. Obwohl ich in Lech mal in einer riesigen Bahn war und da habe ich mich zwischen Ski und Stöcke gequetscht.

Noch ein bißchen Info, wenn der kleine Hunger kommt. Es gibt ein riesiges Schnellrestaurant mit der obligatorischen Currywurst mit Pommes. Und natürlich noch mit vielem mehr. Ist natürlich oben auf dem Berg nicht ganz billig. Aber sehr lecker und das Personal war auch super freundlich. Ich könnte mir vorstellen, dass das im Hochbetrieb eventuell etwas nachlässt. Wenn Horden von Skifahrern Hunger haben, könnte der Ton vielleicht ruppiger werden. Weiß ich natürlich nicht aus eigener Erfahrung, könnte ich aber verstehen. Es war jetzt alles frisch – die Currywurst wurde erst bei Bestellung auf den Grill gelegt und die Fritten in die Fritteuse geworfen. Insofern dauert es schon ein paar Minuten, bis alles fertig ist. Aber dafür frisch. Und wir waren halt nur ein paar Tage vor Betriebsschließung oben. War lecker ;-)

Wohlfühlen im Wellness-Hotel

Wir sind dann – natürlich – wieder mit der Bahn runtergefahren. Was sagt das jetzt über mich…faule Memme? Von der Talstation sind wir aber immerhin zu Fuß zurück zum Hotel gelaufen. Ok, man konnte es in der Ferne bereits sehen, aber 15 – 20 Minuten waren wir schon unterwegs. Das Hotel…es ist perfekt. Ein tolles familiengeführtes Hotel mit dem nettesten Service, den ich je erlebt habe. Für den Sommer gibt es einen herrlichen Schwimmteich und für den Rest des Jahres ist der Außenpool beheizt. Es gibt auch einen Indoor-Pool, aber das Wasser ist im Vergleich zum Pool draußen ganz schön kalt.

Was gibt’s noch? Rundum-Verpflegung…ist also nix, wenn man Diät macht. Das Essen ist wirklich toll – großes Lob an die Küche! Vor ein oder zwei Jahren wurde umgebaut und modernisiert. Jetzt gibt es eine Tiefgarage und ein sehr modernes, zeitloses Entrée. Übrigens ist das Hotel absolut kinderfreundlich, es wird alles passend gemacht für die Kids und sie langweilen sich auch nicht. In der Saison gibt es sogar Kinder-Bespaßung ;-)

Normalerweise mag ich nicht jedes Jahr wieder ins gleiche Hotel fahren; dieses Hotel ist da die Ausnahme. Wenn Ihr also mal Urlaub im Zillertal machen möchtet, dann kann ich Euch das Hotel Held nur empfehlen. Von München aus fährt man knapp 1,5 Stunden über die Autobahn, Landstraße am Achensee vorbei dauert auch nicht wirklich länger. Hotelempfehlungen sind eigentlich nicht so mein Ding, weil jeder direkt irgendeine Form von bezahlter Werbung vermutet. Aber in diesem speziellen Fall muss ich da mal eine Ausnahme machen. Ich stelle aber fest, dass ich echt wenig Fotos gemacht habe.

Am Ende ist dann doch noch alles gut mit den Bergen. Ich habe mich arrangiert, werde wohl nie mehr ein Skifahrer werden und brauche auch den Schnee nicht, aber irgendwas haben sie ja, die Berge ;-)

 

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