Unterwegs

Venedig – der Beginn meiner Städtereisen-Liebe4 Minuten Lesezeit

Ich habe mal überlegt, wann ich mich mit diesem Städtereisen-Virus infiziert habe. Gab es diesen magischen Moment? Da muss ich wirklich nicht lange überlegen. Magisch war für mich die Reise, mit der quasi alles angefangen hat. Meine erste Städtereise alleine und ich habe festgestellt, dass das  genau das Richtige für mich ist. Ich kann überall stehen bleiben, meine Fotos machen und das alles in meinem Tempo.

Venedig – meine erste Städtereise

Meine erste Solo-Städtereise führte mich nach Venedig. Ich wollte eh mal wieder hin und die Stadt ist in ihrer Größe überschaubar. Außerdem interessiere ich mich sehr für die Geschichte und ich habe vorher alle Infos, die ich über die Paläste aus dem Mittelalter links und rechts des Canal Grande finden konnte, regelrecht inhaliert. Als Reisezeit habe ich mich dann für Anfang März entschieden, weil ich genau wusste, dass ich NICHT in der Hauptsaison fahren wollte, um mich dann mit den Massen über die Rialtobrücke zu schieben. Also entweder März/April oder Oktober/November. März war gerade noch bezahlbar, also habe ich mir ein Hotelzimmer für 2 Nächte direkt am Markusplatz gebucht. Und ich hätte mein Hotel kaum besser buchen können. Ich bin vom Vaporetto runter und konnte direkt – ohne irgendwelche Treppen zu bewältigen – zum Hotel laufen. Da hatten es andere weniger gut. Mir ist ja dort erst aufgefallen, dass Venedig nicht nur als kleinen Kanälen, sondern auch aus unzähligen kleinen Treppen besteht. Da macht Verreisen mit Koffer ja so gar keinen Spaß Oder mit Kinderwagen…da bekommt das Kind ja ein Schleudertrauma.

Ich war also die ersten Tage im März in Venedig. Das Hochwasser war gerade wieder abgeflossen, aber die Stege standen noch. Daher schätze ich mal, wir haben uns knapp verpasst, das Hochwasser und ich. Aber auch gut so, ich hätte eh keine Gummistiefel dabei gehabt. Wettertechnisch war es schon noch recht frisch und ich habe mich über jeden einzelnen Sonnenstrahl gefreut. Zumal man in dem ganzen Häuser-Wirrwarr die Sonne ja gar nicht sieht. Manchmal sind die Gassen so eng, dass man glaubt, die Bewohner der Häuser links und rechts könnten sich die Hand geben. Und ich habe auch kein System in Sachen Hausnummern erkennen können. Nicht so geordnet wie bei uns, wo die geraden Nummern auf der einen Seite sind und die ungeraden auf der anderen. Aber das Chaos ist vielleicht gewollt und ich bin mir 100%ig sicher, dass sich die Venezianer zurechtfinden.

Venedig im Nebel

Zum Wetter muss ich noch sagen, dass es echt neblig war. So neblig, dass ich den Campanile von San Giorgio nicht sehen konnte. Und auch die Gondeln schaukelten im Nebel. Der Canal Grande im Nebel. Das war schon ein wenig surreal. Aber ganz ehrlich – Venedig mit strahlend blauem Himmel hat man doch schon viel zu häufig gesehen.

Ich weiß noch, es war Dienstag und es war ganz ruhig. Keine Motorgeräusche der Vaporettos, also der Wasser“Busse“ in Venedig. Es wurde gestreikt. Damit fiel dann auch meine „Stadtrundfahrt“ auf dem Canal Grande flach. Also musste ich laufen. Und ich hatte mich schon nach kürzester Zeit verlaufen – manche Gassen sind so mini, die sind auf dem Plan gar nicht eingezeichnet. Ach…es ist schon ein paar Jahre her, da hatte ich noch kein Smartphone mit Navi. Da musste ich noch den guten alten Papier-Stadtplan nehmen. Den man dann so häufig faltet, dass an der Stelle, zu der man möchte, irgendwann einfach nur noch ein großes Loch ist. Also mir ging es immer so. Aber ohne Plan habe ich mich dann einfach treiben lassen und sehr schöne Ecken und Plätze entdeckt.

Ich war bestimmt überall und auch überall mehrfach. Ich war streckenweise ein wenig verloren in dem Gassen-Labyrinth. Vielleicht hätte ich Brotkrumen steuen sollen, um den Weg zurückzufinden. Urlaub heißt bei mir ja auch immer Shopping. Ich will eigentlich immer irgendwas mitnehmen. Und es gab ganz tolle Läden in Venedig. Dumm nur, dass ich die Läden später nicht mehr wiedergefunden habe *lach*. Es gibt unendlich viele Gassen in der Lagunenstadt und manchmal enden die einfach. Wenn man da nicht aufpasst, wird es nass. Daher habe ich mir für meinen nächsten Besuch vorgenommen, direkt zu kaufen, wenn ich einen tollen Laden entdeckt habe, denn den hinterher wiederzufinden, ist echt Glückssache.

Venedig – Friedhofsinsel San Michele

Auf meinem Plan stand noch die Friedhofsinsel San Michele. Ich liebe Friedhöfe und dann gleich auf einer ganzen Insel…das ist doch total spannend. Da ja noch gestreikt wurde, befürchtete ich schon, dass ich nicht hinkomme. Die Insel liegt aber direkt auf dem Weg nach Murano und dieses Boot fuhr tatsächlich. Und es war sogar recht voll. Aber die wollten alle nach Murano! Und dann bin ich da wirklich alleine ausgestiegen. Es war ein Erlebnis, aber ich kam da auch ein bißchen an meine Grenzen. Es war echt gruselig (obwohl ja heller Tag war) so ganz alleine auf dem Friedhof. Und dann es auch immer noch so ein bißchen neblig. Die Stimmung war schon außergewöhnlich. Ich habe dann auch nur ein kleines Ründchen gedreht und dann das nächste Boot wieder zurück genommen. Ich wäre mal besser nach Murano gefahren…

Infos zur Anreise

Ich bin mit Lufthansa in einer Stunde von München nach Venedig geflogen. Zuhause hatte ich mir schon die Venedig-Card gekauft und am Flughafen bei der Touri-Information abgeholt. Mit der Karte konnte ich dann sofort den Bus vom Flughafen (Festland) zur Piazzale Roma nehmen. Auch wenn es ein Mehrtages-Ticket ist, muss die Karte vor jeder Fahrt entwertet werden. Dafür einfach an den Automaten halten. Der Bus braucht etwa eine halbe Stunde. An der Piazzale Roma bin ich dann in das Vaporetto der Linie 2 umgestiegen. Das war zum Glück noch vor dem Streik. Die Linie 1 ist die „Stadtrundfahrt“ über den Canal Grande und Linie 2 fährt außen an Giudecca vorbei in Richtung Markusplatz.

Man kann allerdings vom Flughafen auch das teure Wassertaxi und damit dann den direkten Weg in die Lagunenstadt nehmen. Oder mit der blauen und roten Linie von Alilaguna geht’s auch direkt vom Flughafen zum Markusplatz:

Alilaguna - Blaue Linie (Linea Blu)
Airport / Murano Colonna / F.te Nove / Ospedale / Bacini / Certosa / Lido / Arsenale / San Zaccaria / San Marco / Zattere / Giudecca Stucky / Cruise Terminal
Alilaguna - Rote Linie (Linea Rossa)
Airport / Murano Museo / Certosa / Lido / Arsenale / San Marco / Giudecca Zitelle / Giudecca Stucky / Cruise Terminal

Mein Fazit zum Schluss…

Ich bin mit einer ganz besonderen Erwartung nach Venedig gefahren. Es war meine erste Solotour und ich hatte mich akribisch vorbereitet. Ich wusste quasi schon vorher, welcher Palazzo am Canal Grande wem gehörte. Und dann kam doch durch den Nebel und den Streik alles anders. Ich konnte mir die Palazzi nicht vom Wasser anschauen und habe mich so durch die Gassen treiben lassen. Und so habe ich mich dann Stück für Stück in Venedig verguckt.

 

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