Europa

Segeltörn an der Amalfiküste – Procida und Ischia3 Minuten Lesezeit

So…und weiter geht’s. In diesem Post segeln wir von Capri weiter nach Procida, dann nach Ischia und über Cetara wieder zurück nach Agropoli.

Procida – Entspannung zwischen Capri und Ischia

Wir sind immer noch in/auf Capri. Nach dem Frühstück wollen wir nach Procida. Capri hat uns nicht wirklich beeindruckt, daher ziehen wir weiter. Procida ist ein kleines Inselchen zwischen dem Festland und Ischia. Und noch nahezu unberührt vom Tourismus. Allerdings gibt es auch auf diesem kleinen Eiland einen Fährhafen, Marina di Procida.

Wir haben es aber vorgezogen, den kleinen Hafen Chiaiolella an der Südseite der Insel anzulaufen. Der Ort ist ziemlich unspektakulär, aber nur ein paar Schritte entfernt, haben wir einen wunderschönen Sandstrand gefunden. Und wie sich herausstellte, ist das der einzige Sandstrand der Insel. Für unser Abendessen war diesmal schon vorab klar, dass wir ausnahmsweise mal an Bord essen, um die Bordkasse ein wenig zu schonen und den Kühlschrank zu leeren. Und so ging dann auch schon der dritte Segeltag zu Ende.

Ischia – quirliges Leben vs. Autofreiheit

Der nächste Tag startet wie immer mit einem schönen Frühstück. Der Mittwoch sollte entspannt werden. Geplant war lediglich der kleine Schlag von Procida nach Ischia. Wir schipperten die paar Seemeilen von Procida nach Port d’Ischia und haben es uns für ein paar Stunden bis zum frühen Nachmittag in dem Hafen gemütlich gemacht. Für diese kurze Zeit mussten wir im Hafen auch gar nicht viel zahlen, wenn wir überhaupt bezahlen mussten. Ein Teil der Crew ging ein bißchen bummeln und schaute sich den quirligen Hauptort von Ischia an, andere gingen lecker essen und der Rest ging an den Strand. Nur der Skipper war fleißig…er kümmerte sich um „Verwaltungsarbeit“, in dem er das Logbuch ins Reine schrieb.

Unser Zielhafen für den Abend ist Sant‘ Angelo im Süden der Insel. Der Ort ist komplett autofrei, das heißt, dort fahren Elektrokarren wie auf einem Golfplatz. Inmitten von Sant‘ Angelo gibt es eine klitzekleine Marina mit nur einer Handvoll Liegeplätze. Einer davon sollte uns gehören…so war der Plan. Die Realität sah dann anders aus. Wind kam auf, das Wasser wurde unruhig und es war doch tatsächlich kein Platz frei. Die Aussicht, bei diesen Bedingungen draußen vor dem Hafen zu ankern, war nicht so toll. Also wurden der Skipper und ein Crewmitglied mit dem Dingi auf Erkundungstour losgeschickt. Die Tatsache, dass nur der Skipper zurückkam (zum Glück kam er zurück), ließ uns vermuten, daß sie doch etwas für unser Boot gefunden haben. Und so war es…wir konnten an der Kaimauer anlegen, direkt vor einem Fischerboot.

Hochmotiviert, weil wir der kabbeligen See entkommen konnten, starteten wir in Richtung Marina. Alle Fender wurden akribisch an einer Seite befestigt, trotzdem blieb ein ungutes Gefühl, weil wir vom Wind direkt auf die Mauer gedrückt wurden. Damit dem Boot nichts passiert, wurden alle Hände gebraucht. Und das haben wir auch richtig gut geschafft. Mit sämtlichen Leinen, die verfügbar waren, haben wir das Boot festgezurrt und konnten dann entspannt unser Ankerbier genießen.

In dieser Ecke von Ischia war von Urlaubszeit noch nicht soviel zu spüren, daher war es auch kein Problem, ein Restaurant zu finden, in dem wir alle Platz fanden. Es gab natürlich – wir sind ja in Italien – richtig leckere Pizza.

Cetara – bekannt für Fischfang und bunte Fliesen

Es ist Donnerstag und die Woche neigt sich dem Ende. Wir sind aber ja nun mal in Ischia und müssen am Samstag früh wieder zurück in Agropoli sein. Damit stellt sich dann die Frage, wo wir am Abend festmachen wollen. Eins war klar, der Weg würde auf jeden Fall weit werden und wir müssen schon mindestens bis Amalfi kommen. Amalfi war schon schön, aber wir waren ja schon mal da. Die Alternative hieße Salerno oder Cetara.

Salerno ist jetzt eher Industriestadt und nicht ganz so idyllisch wie eben Cetara. Der kleine Ort ist vom Tourismus noch so gut wie unberührt und lebt hauptsächlich vom Fischfang. Cetara hat eine eigene Fischfangflotte, die aber in den Sommermonaten unterwegs ist, um Thunfisch und Sardellen zu fangen. Der Liegeplatz war mit gerade mal 30 Euro der Günstigste und wir lagen wirklich gut am Steg. Das Highlight am Abend war dann das Restaurant in einem ehemaligen Kloster: Ristorante Al Convento. Wir konnten draußen sitzen und es war echt lecker.

Auch der letzte Segeltag beginnt wir immer mit Frühstück. An diesem Tag haben wir ja nur noch eine kurze Strecke zurück nach Agropoli zu bewältigen. Also haben wir morgens schön getrödelt und sind nochmal durch den Ort geschlendert.

Der Weg bis zur Charterbasis in Agropoli ging dann leider auch viel zu schnell vorbei und uns blieb dann auch nichts mehr übrig, als schon mal unsere Sachen zusammenzupacken, da der Samstagmorgen mit der Übergabe des Bootes erwartungsgemäß mehr als hektisch werden würde.

Und genauso war es dann am Samstag auch. Punkt neun Uhr stand der Vercharterer vor unserem Boot, während wir gerade beim Frühstück (wo auch sonst ;-)) waren. Er ließ sich davon nicht beeindrucken und so haben wir dann unsere Sachen auf dem bereitgestellten Nachbarboot untergebracht und uns schon mal langsam voneinander verabschiedet.

Es war ein schöner Törn und die Amalfiküste ist einfach nur traumhaft. Wir haben letztendlich 182 Seemeilen geschafft, davon sind wir nur 47 Meilen motort. Und der Großteil davon war der Flaute auf dem Weg nach Amalfi geschuldet. Hätte ich einen Wunsch frei, würde ich dort jederzeit wieder segeln…

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