Unterwegs

Venedig – Tipps und Tricks – meine Gebrauchsanleitung6 Minuten Lesezeit

Es gibt zwei (eigentlich sogar drei) Flughäfen in Venedig: Venedig-Tessera, Venedig-Lido und Venedig Treviso. Jetzt kennt jeder den Flughafen Marco Polo. Und ich musste mich gerade auch erstmal schlau machen, aber hinter Venedig-Tessara verbirgt sich tatsächlich der Flughafen Marco Polo. Der Flugplatz auf dem Lido war zwischen 1926 und 1953 der Verkehrsflughafen von Venedig, wurde aber dann doch zu klein. Treviso liegt etwa 20 Kilometer nördlich von Venedig, gilt aber trotzdem als Flughafen von Venedig.

Wie kommt Ihr nach Venedig?

International angeflogen wird aber in der Regel der Flughafen Marco Polo. Er liegt nicht wirklich in Venedig, sondern in Mestre auf dem Festland. Auch wenn der Flughafen vielleicht klein aussieht, ist es trotzdem ein internationaler Flughafen. Jetzt ist Venedig ja quasi eine Insel. Oder es war mal eine Insel. Seit Jahren gibt es einen Damm, auf dem Ihr mit Bus und Auto nach Venedig kommt. Bei meinem ersten Besuch vor einigen Jahren war ich zu geizig, das Boot zu nehmen. Dabei kostet die Fahrt mit Alilaguna gerade mal 8 Euro nach Murano (bzw. 15 Euro hin und rück) und 15 Euro nach Venedig (bzw. 27 Euro hin und rück). Die Tickets dafür könnt Ihr noch direkt im Flughafen kaufen.

Wie kommt Ihr im Flughafen zu den Docks?

Dafür müsst Ihr in die erste Etage fahren und dann den blauen Hinweisen „Trasporti via Aqua/ Water transport“ folgen. Solltet Ihr Chinesisch verstehen, steht das darunter auch noch mal auf Chinesisch. Dann kommt Ihr zu dem ellenlangen Laufband. Das ist sooo langsam; Ihr seid schneller, wenn Ihr nebenher lauft. Aber wenn Ihr Zeit habt…warum nicht mal kutschieren lassen? Dann noch mit der Rolltreppe runter und schon seid Ihr am Wasser.

Wenn Ihr mit Alilaguna fahrt, findet Ihr die Anleger ganz hinten durch. Die diversen anderen Anleger sind für Hotel-Shuttles und Taxi-Boote. Das Shuttle-Boot vom Hyatt auf Murano legt zum Beispiel am Anleger 2 an.

Mit dem Bus nach Venedig

Der Bus fährt durch Mestre, über den Damm und kippt Euch dann an der Piazzale Roma ab. Von dort müsst Ihr dann entweder ein Vaporetto oder ein teures Wasser-Taxi nehmen oder Ihr geht zu Fuß. Je nach Lage des Hotels würde ich aber vom Fußmarsch abraten, weil Venedig gefühlt nur aus Treppen besteht. Und wenn Ihr dann zu Beginn Eurer Reise Euer Gepäck schon hoch und runter schleppen müsst, verliert Ihr vielleicht direkt die Lust an Venedig.

Für den Fall, dass Ihr das Vaporetto nehmt, dann kann ich Euch die Linie 1 oder 2 empfehlen. Bevor Ihr aber an Bord geht, müsst Ihr Euch ein Ticket kaufen. Ohne das kann es teuer werden, wenn Ihr erwischt werdet. Ist ja bei uns nicht anders. Und es gibt Kontrollen. Hab ich gesehen. Links und rechts neben mir wurde kontrolliert, nur ich nicht. Vielleicht sah ich zu ehrlich aus? Macht ja nix.

Wie kommt Ihr nun durch Venedig?

Ganz einfach: Ihr nehmt den Bus! Haltestellen gibt es genügend. Quasi an jeder Ecke. Wie den Bus? Wir Nicht-Venezianer können uns ja gar nicht vorstellen, dass ein Bus mal nicht vier Räder haben kann. Hier ist der Bus nämlich ein Boot: der Wasserbus oder auf italienisch Vaporetto (Mehrzahl: Vaporetti).

Es macht durchaus Sinn, sich direkt ein Mehrtages-Ticket zu kaufen. Das ist wie in anderen großen Städten auch. Einfach in das Verkehrsmittel der Wahl hüpfen und los geht’s. Zumal die Einzel-Tickets auch richtig viel Geld kosten. 7,50 Euro für 75 Minuten Fahrzeit finde ich richtig teuer. Einmal entwertet kann man damit also 75 Minuten am Stück fahren. Ich kann dann auch eine kleine Stadtrundfahrt machen oder mit der Linie 1 einmal zum Lido und zurück. Aber ohne Aussteigen. Übrigens fahren auf dem Lido tatsächlich Autos.

Während in anderen Städten schon die Tageskarten 7,50 Euro kosten, kostet das Ticket für 1 Tag hier schon mal 20 Euro. 2 Tage kosten 30 Euro und 3 Tage 40 Euro. An jeder Station wird gerade Werbung dafür gemacht, sich das Ticket über die App der ACVT zu kaufen. Hab ich gemacht, weil an meiner Station in Murano kein Verkäufshäuschen war. Schon mal vorweg: kann man machen, muss man aber nicht. Ich mach’s bei meinem nächsten Besuch bestimmt nicht mehr. Ihr vermutet es…ich habe irgendwas falsch gemacht und drauf gezahlt.

Wenn Ihr Euer Ticket über die App kauft, dann gilt das ab dem Zeitpunkt, an dem Ihr das Ticket kauft. Und NICHT ab dem Zeitpunkt, an dem Ihr es aktiviert. Ganz ehrlich…ich finde das schei… Gekauft habe ich mein 2-Tagesticket am Samstagmittag, aktiviert am Sonntag gegen 9 Uhr und abgelaufen ist es Montagmittag. Da hat doch irgendein App-Planer nicht mitgedacht. Um dann zurück nach Murano zu kommen, musste ich dann noch mal 7,50 Euro investieren. Warum muss ich es dann überhaupt aktivieren? Macht doch keinen Sinn.

Gut, dann gibt es Stationen, die sind schon etwas moderner, da gibt es dann auch Kartenleser für Smartphones. Ihr müsst Euer Ticket aufrufen, noch mal auf den QR-Code tippen (ohne geht nicht…weiß ich aus Erfahrung) und dann das Handy in das Lesegerät schieben. Wenn Ihr Glück habt, gehen die kleinen Türchen auf. Wenn nicht, ist irgendwas kaputt. Im Zweifel das Lesegerät. Dann dürft Ihr so durchgehen. Hab ich am Schalter gefragt. Weil ich ja eigentlich der Schisser bin.

An den Haltestellen ohne Lesegerät könnt Ihr dann eh einfach durchgehen. Damit sich da keiner ohne Ticket durchschmuggelt, gibt es von Zeit zu Zeit mal Kontrollen. Die „Crew“ an Bord eines Vaporettos besteht immer aus 2 Leuten. Logischerweise der Kapitän oder auch Bootsführer genannt. Also der Busfahrer. Und dann zusätzlich noch den Deckshelfer, also denjenigen, der das Boot festmacht, die „Türen“ öffnet und schön laut die Haltestellen und Fahrtrichtungen brüllt.

Für die gelben Boote von Alilaguna braucht Ihr spezielle Tickets. Die könnt Ihr mit den normalen Tickets von AVCT nicht nutzen. Allerdings kommt Ihr mit den gelben Booten zum Flughafen und zurück. Mit den normalen Vaporettos geht das nicht.

Wenn Ihr einfach nur über den Kanal möchtet und eingermaßen gut darin seid, die Balance zu halten, dann könnt Ihr auch ein Traghetto nehmen. Das ist dann eine etwas größere Gondel und Ihr werdet dann stehend von einer Seite auf die andere gerudert. Hab ich nicht gemacht, traue ich mir aber ganz ehrlich auch nicht zu. Aber Ihr könnt Euch auch setzen. Nur seid Ihr dann gleich als Touri gebrandmarkt. Ist leider so. Kostet – meine ich – kein Vermögen.

Klarkommen in Venedig – meine Tipps

Venedig besteht aus vielen Inseln, die – bis auf Giudecca und San Giorgio Maggiore – durch Brücken miteinander verbunden sind. Jetzt ist es mit den breiten Kanälen ja nicht getan. Zwischendrin gibt es ja immer noch kleine und noch kleinere Kanäle. Und darüber braucht’s natürlich auch Brücken.

Man liest ja immer, dass diese oder jene Stadt in Europa mehr Brücken hätte als Venedig. So ganz kann ich das aber nicht glauben. Zählt man nur die großen Brücken, mag das ja stimmen, aber diese ganzen Mini-Brücken…drei Stufen hoch, drei Stufen runter…

Die Hauptpromenade Riva degli Schiavoni ist mittlerweile barrierefrei. Kann aber auch an der Biennale liegen. Dass sie deshalb Rollstuhl-Rampen über die Brücken gebaut haben. Die ganzen kleinen Brücken sind aber nicht entschärft. Kinderwagen und Buggys oder auch Trolleys sind hier eher unpraktisch.

Es ist eigentlich immer voll in Venedig. Wenn Ihr kein Italienisch sprecht, kommt Ihr super mit Englisch zurecht. Es spricht so gut wie jeder Englisch. Deutsch kommt jetzt nicht ganz so gut. Vielleicht habt Ihr ja Glück und im Hotel spricht jemand deutsch. Aber verlassen könnt Ihr Euch darauf nicht.

Navigation in Venedig

Was mir aufgefallen ist: die Venezianer sind super freundlich. Und das, obwohl es dort so voll ist und ein Touri eigentlich immer im Weg steht. Und da meine ich nicht nur die Dienstleister, auch die Bewohner sind nett und freundlich. Die haben mich immer freundlich angelächelt, wenn ich mal wieder „lost“ war. Also irgendwo verlaufen…

Denn…am besten streut Ihr Brotkrumen, wenn Ihr irgendetwas wiederfinden möchtet, was Ihr vielleicht am ersten Tag gesehen habt. Oder Ihr habt ein Navi oder einen hervorragenden Orientierungssinn. Ich bin jetzt orientierungstechnisch nicht ganz schlecht, aber ich habe mich für die grobe Orientierung auf die Hinweisschilder verlassen. Da gibt’s immer eins, dass Euch nach San Marco, Rialto, Piazzale Roma, Ferrovia, Fondante Nove oder Accademia leitet.

Das sind jetzt die Schilder, die ich gesehen habe. Zusätzlich gibt’s dann noch die Schilder zum nächsten Vaporetto oder zum WC.

Natürlich könnt Ihr Euch auch eine Fahrt mit der Gondel gönnen. Ist ja typisch venezianisch. Ist aber auch – genau wie Fiaker fahren in Wien – ein teurer Spaß. Das muss dann jeder selbst entscheiden. Ich kann das Geld besser ausgeben. Und vor allem im Sommer ist es auf den Kanälen ziemlich voll. Da steht Ihr dann auch mit der Gondel „im Stau“.

Für den Fall, dass Euer Hotel nicht in Venedig, sondern vielleicht auf Murano (wie bei mir) liegt, dann solltet Ihr schauen, wie Ihr am Abend wieder zurück kommt. Ich bin am Samstag Abend gegen 20 Uhr an San Marco „gestrandet“. Laut der Dame am Schalter gab es kein direktes Vaporetto mehr nach Murano.

Blöd, also entweder einmal quer durch die Stadt laufen (und das sind keine breiten, beleuchteten Straßen wie bei uns, sondern wirklich enge Gassen) oder mit dem Vaporetto 5.2 zum Fondamente Nove fahren und dort in die Linie 4.2 oder 4.1 umsteigen. Dauer bis Murano: etwa eine Stunde. Was sie aber vergessen hatte zu sagen, war, dass aus der Linie 5.2 die Linie 4.2 wurde und ich gar nicht umsteigen musste. Sehr gut. So hab ich dann noch eine Stadtrundfahrt im Stockdusteren bekommen. Hat ja auch was.

 

 

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