Unterwegs

Lissabon – entspannt und charmant5 Minuten Lesezeit

Ich muss jetzt doch noch mal über Lissabon schreiben. Ist ja doch schon ein bißchen Zeit vergangen seit meinem letzten Besuch dort.

Lissabon – mein erster Besuch

Mein „erstes Mal“ in Lissabon, im Juli 2014, war etwas Besonderes, weil ich mich nach 3 Wochen Segeln – Überführung einer Segelyacht von Sardinien nach Lissabon – wie befreit fühlte. Segeln ist nichts anderes als verschärftes Camping. Es macht Spaß, auf jeden Fall. Aber habt nur mal einen in der Gruppe, der nicht passt und schon kann es anstrengend werden. Weil man ja nicht weg kann. Oder Ihr habt keinen Wind und dümpelt so dahin. Dann fahrt Ihr ständig unter Motor und seid nicht mehr als ein Motorboot. Oder zuviel Wind…ist auch nicht so schön. Deshalb verschärft…In meinem Fall war die Crew ein zusammengewürftelter Haufen, keiner kannte keinen. Sehr häufig hatten wir keinen Wind (teurer Spaß rund um Sardinien und Ibiza), dann auch schon mal Sturm und auch ganz viel Nebel. Ihr seht, ich habe auf der Fahrt wirklich nichts ausgelassen. Aber zum Glück gab es auch Etappen, in denen wir so richtig segeln konnten. Zum Beispiel mit den Kite-Surfern um die Wette. Was mir aber zu schaffen gemacht hat, war, dass wir tagelang kein Land in Sicht hatten. Nur Wasser. Nichts für mich…hab ich jetzt gelernt.

Ankunft in Lissabon

Aber ich schweife ab – ich will ja eigentlich über Lissabon schreiben. Trotzdem, es gehört dazu. Ich habe über die Überführung auch schon mal einen Post geschrieben – könnt Ihr hier nachlesen. Dank fehlendem Wind (oder Sturm aus der falschen Richtung, bevorzugt von vorn), viel Welle und anderer technischer Ausfälle kam ich nicht ganz bis Lissabon. Ich hatte die Etappe von Cagliari (Sardinien) bis Lissabon „gebucht“ und mir dann noch ein Hotelzimmer für 2 Nächte in Portugals Hauptstadt gegönnt. Die Überlegung war dann: entweder vorher aussteigen und mit dem Bus weiter bis Lissabon oder im Hotel anrufen und Bescheid geben, dass ich einen Tag später komme. Aber das Zimmer war ja schon bezahlt.

Also bin ich in einem kleinen Ort mit (recht moderner) Marina ausgestiegen und dann von dort mit dem Linienbus ein paar Stunden weiter in Richtung Lissabon gefahren. Der Busbahnhof liegt ein wenig außerhalb und obwohl ich noch nicht wusste, dass Taxi fahren echt günstig ist, habe ich mir ein Taxi zum Hotel gegönnt. Von jetzt an wollte ich nur noch Komfort. Als ich dann im Lisboa Carmo Hotel angekommen bin…Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie erleichtert ich war. Die Aussicht auf ein Bett, dass nicht schaukelt, weich, bequem, schön groß und keine Gefahr besteht, bei der nächsten Welle rauszufallen…schööön! Ihr glaubt gar nicht, wie sehr man die normalen Dinge auf See vermissen kann. Das war ja keine Kreuzfahrt, sondern im Vergleich mit einem Kreuzfahrtschiff nur eine Nussschale. Ohne Komfort.

Chiado und Baixa

Das Hotel war toll – ist es bestimmt immer noch, aber mittlerweile doch etwas teurer. Ein wunderschönes 4-Sterne Boutique-Hotel in absolut phantastischer Lage. Ich war begeistert. Also, wenn ich nochmal ein bißchen Zeit in Lissabon verbringe, dann buche ich auf jeden Fall ein Hotelzimmer im Chiado, der Oberstadt von Lissabon. Ich weiß jetzt, wovon ich rede. 2014 lag mein Hotel oben im Chiado, 2015 unten in der Baixa. Auch wenn oben bedeutet, dass man immer wieder den Berg hoch muss, hat „oben“ für mich eindeutig mehr Charme. Man kann natürlich auch immer den Aufzug Elevador de Santa Justa nehmen, aber so schön er auch ist, die Schlangen davor sind echt der Horror. Mittlerweile ist dieser schöne Aufzug doch nur noch eine Touristenattraktion. Welcher Einheimische stellt sich denn da an, wenn er in 5 Minuten mal eben den Berg hochlaufen kann? Zumal die „Fahrt“ auch wirklich teuer ist.

Das Chiado war früher immer der Treffpunkt der Dichter und Denker, der Künstler und Intellektuellen. Heute liegt immer noch so ein Zauber über dem Viertel. Natürlich sind mittlerweile auch teure Boutiquen und andere Läden dazugekommen, aber es gibt auch immer noch die kleinen Bars und Blumenläden. Und – da es oben am Berg liegt – gibt es auch eine schöne Aussicht auf den Rest der Stadt. Aus dem Grund muss ich nochmal wieder nach Lissabon fahren: ich habe noch so gut wie keine Miradoures – Aussichtspunkte – gesehen. Dafür hat meine Zeit nie wirklich gereicht.

Lissabon – Kunst und Kultur

Bei meinem ersten Besuch in 2014 war ich von dieser besonderen Atmosphäre der Stadt überrascht. Das Wetter war toll – war Mitte August – und überall kamen mir lachende Menschen entgegen und an jeder Ecke standen Straßenmusiker. Ich habe diese besondere Stimmung regelrecht aufgesaugt. Lissabon ist so anders. Links stehen tolle Häuser und auf der anderen Straßenseite steht die Ruine, aus der schon die Bäume wachsen. Normalerweise wird die Innenstadt doch aufgehübscht. Mich hat aber gerade das ursprüngliche Lissabon angesprochen. Dabei bin ich doch ein Fan von moderner Architektur ;-)

Bei meinem ersten Besuch ist mir besonders die Street Art aufgefallen. Als die Segel-Crew mit einem Tag Verspätung in die Marina von Lissabon in Alcantara eingelaufen ist, sah ich im Hafengebiet an jeder Ecke und sogar auf der Straße jede Menge Graffities. Nach ein bißchen Recherche habe ich dann herausgefunden, dass Lissabon eine Art Street Art Mekka ist. Da war schon klar, dass ich für das Jahr darauf eine Street-Art-Tour buchen muss. Gesagt, gebucht…man fährt mit einem Kleinbus und anderen Teilnehmern die ganzen Street Art-Spots ab. Überall gibt’s genügend Zeit, um Fotos zu machen. Der Guide erzählt natürlich kleine Geschichten zu den Kunstwerken. Alles in allem war das ein sehr unterhaltsamer toller Tag. Wenn Ihr Spaß an dieser Art von Kunst habt, dann kann ich Euch so eine Tour nur empfehlen.

Lissabon – Sightseeing

In beiden Jahren habe ich mich durch die Stadt treiben lassen. Ich hatte keinen echten Plan. Ok, ich hatte vielleicht doch einen Plan (habe ich immer ;-) ), aber ich konnte ihn nicht wirklich umsetzen. So stand sowohl 2014 als auch 2015 ein Besuch in der Alfama auf meinem Plan. War ich da? Was glaubt Ihr? Natürlich nicht. Weiter als bis zur Kathedrale Sé habe ich es nicht geschafft. Das ist gerade mal Alfama für Anfänger. Vielleicht beim nächsten Besuch…

Sintra stand auch auf dem Plan, habe ich aber zugunsten Belém gestrichen. Man kommt mit der Straßenbahn hin und kann direkt am Kloster Mosteiro dos Jerónimos aussteigen. Ich habe mir damals die Lisboa Card gekauft und konnte damit dann umsonst die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen (damit dann auch nach Belém fahren). Zusätzlich kann man mit der Karte auch die Aufzüge und Standseilbahnen nutzen. Und…man hat kostenfreien Eintritt in 23 Museen und Sehenswürdigkeiten. Darunter auch das Mosteiro dos Jerónimos und den Torre de Belém. Die Schlangen an dem Turm sind immer irre lang, daher kann ich Euch empfehlen, das Ticket für den Turm bereits im Kloster zu holen. Es gibt dort ein Kombiticket für Kloster und Turm. Ich bin damit erst auf den Turm (und hab mich an den Schlangen vorbei gemogelt) und danach dann ins Kloster gegangen. Aktuell kostet die Lisboa Card für 24 Stunden 19 Euro, 48 Stunden 32 Euro und 72 Stunden 40 Euro. Ach ja, Ihr könnt damit auch nach Sintra oder Cascais ans Meer fahren. Ich habe sie zu Hause bestellt und dann vor Ort im Zentrum abgeholt. Ging alles super einfach. Total unkompliziert.

Ausflug nach Belém – UNESCO Weltkulturerbe

Belém war ein toller Ausflug. Es roch so nach Meer. Lissabon liegt zwar am Wasser, aber nur am Fluss Tejo. Zum Meer ist es doch noch ein weiter Weg. Um auf die Aussichtsplattform vom Torre de Belém zu kommen, muss man diese vielen Stufen steigen. Lustig ist dieses Ampel-System (funktioniert aber gar nicht). Weil hoch und runter im gleichen Treppenhaus stattfindet, muss man bei grün gehen und bei rot eben warten. Klappt aber so gar nicht, weil auch mal einer bei spätgelb noch hinterher rennt. Es war echt witzig. Und ich hatte aufgrund der ganzen Pausen auch keine Probleme mit der Puste.

Oben angekommen konnte ich mich an der Aussicht gar nicht sattsehen. Ich hätte dort ewig bleiben können. Aber ich wollte ja noch ins Kloster. Trubel in, auf und um den Torre herum; absolute Stille und Ruhe im Kreuzgang des Klosters. Es war schon beeindruckend, wie schnell man in dieser Umgebung „runter kommt“. Absolut entspannend…

 

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